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Wutausbrüche

Ruhig bleiben, auch wenn Ihr Kind ausrastet
Dr. Andrea Schmelz

Wutausbrüche gehören zum Familienalltag,
doch verlangen sie von uns Eltern Nerven wie Drahtseile und
tonnenweise Geduld.
Was steckt dahinter, wenn Ihr Kind brüllt und tobt,
sobald etwas nicht nach seinem Kopf geht?
Wie reagieren Sie am besten darauf?

Die Anlässe sind für uns Erwachsene oft "nichtig":
Die Schleife am Schuh will und will nicht halten oder
Sie verweigern Ihrem Kind die "Quengelware" an der Supermarktkasse.
Und schon geht es los:
Ihr Kind führt sich auf wie Rumpelstilzchen, wirft sich auf den Boden,
schreit und tobt.
Jetzt besser nachgeben oder lieber hart bleiben,
ohne sich in Machtkämpfe zu verwickeln?
Das ist dann die Frage.

Wut setzt Energie frei, kann Kinder aber auch "überrollen"

Obwohl Wut in unserer Gesellschaft meist negativ bewertet wird,
ist sie doch ein ganz normales Gefühl wie Freude oder Angst.
Doch sie hat auch ihren Zweck:
Sie setzt Energie frei, die bewirkt, dass wir uns abgrenzen und
durchsetzen können.
Erwachsene haben meist gelernt, angemessen mit ihrer Wut umzugehen.
Je jünger ein Kind ist, umso mehr wird es von seinen Gefühlen überwältigt,
wenn es an seine Grenzen stößt. Kleinkinder können sich oft noch nicht gut genug
mit Worten ausdrücken. Und sie können ihr Verhalten noch nicht ausreichend steuern.
Praktisch reflexartig reagieren sie mit immer ähnlichen Verhaltensabläufen.

Wut fördert die Entwicklung

Wütende Kinder reagieren auf Grenzen, die sie nicht akzeptieren wollen.
Die Suche nach neuen Handlungsspielräumen ist ein wichtiger Schritt
auf dem Weg in die Unabhängigkeit und Selbstständigkeit.
Deshalb sollten Wutanfälle nicht unterdrückt werden!
Sie sollten Ihrem Kind jedoch helfen, mit Ärger und Wut richtig umzugehen und
konstruktive Lösungswege zu finden, damit Wut nicht in Gewalt umschlägt,
weil Ihr Kind nicht mehr weiter weiß.

Mein Tipp:

Wenn Sie bemerken, dass Ihr Kind wütend wird,
können Sie ihm seine Anspannung lösen helfen,indem Sie es ansprechen:
"Du schaust mich so böse an. Was macht dich denn so wütend?"
Das Gefühl ist nun angesprochen, und Ihr Kind (ab drei Jahren)
erhält die Möglichkeit, seinen Ärger in Worten auszudrücken.
Gemeinsam können Sie dann nach einer Lösung suchen oder besprechen,
wie es seine Wut auch ohne Wutanfall abbauen kann,
etwa durch eine Kissenschlacht oder eine Runde durch den Garten rennen.

Sechs Tipps, die Ihrem Kind helfen

1. Die Wut richtet sich meist nicht gegen Sie persönlich.
Sie ist vielmehr Ausdruck dafür, dass Ihr Kind mit sich selbst Schwierigkeiten hat.
Zeigen Sie ihm deshalb, dass Sie seine Gefühle akzeptieren.
Atmen Sie tief durch, damit Sie so ruhig und gelassen wie möglich darauf reagieren.
Mit den folgenden Tipps lernt Ihr Kind, angemessen mit seiner Wut umzugehen:
Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es Verhaltensweisen gibt,
die Sie nicht akzeptieren können, z. B. jemanden schlagen, beißen,
treten oder Gegenstände werfen.
Hält Ihr Kind sich nicht daran, müssen Sie reagieren.
So könnten Sie Ihr Kind entsprechend klar ansprechen, es festhalten,
es auf den Boden setzen oder räumliche Distanz schaffen.
Kinder, die andere oder sich selbst gefährden, muss man vielleicht länger festhalten,
bis sie ruhig werden, damit niemand verletzt wird.
Alle diese Reaktionen sollen nicht als Strafe, sondern als Grenze eingesetzt werden.

2. Ist Ihr Kind so wütend, dass es auf Ihre Ansprache nicht reagiert,
sollte es auf ungefährliche Weise Dampf ablassen können.
Lassen Sie es ruhig mit den Fäusten trommeln oder mit den Füßen aufstampfen.
Wird es Ihnen zu viel, verlassen Sie den Raum oder
bringen Sie Ihr Kind zum "Abkühlen" für wenige Minuten ins Kinderzimmer.

3. Bleiben Sie konsequent, denn wenn Sie bei Wutanfällen schnell nachgeben,
wird Ihr Kind dieses erfolgreiche Verhalten immer öfter einsetzen,
um zu bekommen, was es sich in den Kopf gesetzt hat.
Allenfalls sollten Sie vor einem drohendenWutanfall einlenken,
wenn Sie bemerken, dass etwas für Ihr Kind ganz besonders wichtig ist.

4. Hat Ihr Kind sich wieder etwas beruhigt,
sollten Sie mit ihm über den Wutanfall sprechen.
Fragen Sie Ihr Kind, wie es sich gefühlt hat und was der Grund dafür war, etwa:
"Bist du wütend, weil ich zuerst das Baby ins Bett bringen musste und
dir jetzt nichts vorlesen konnte?"
Wie hätte man seinen Ärger vermeiden können?
Gäbe es einen für alle Seiten akzeptablen Kompromiss?
Wie hätte Ihr Kind sich statt des Wutanfalls verhalten können?
Signalisieren Sie Ihrem Kind Verständnis für die Wut.
Dann erlebt es Sie sogar als Unterstützung.
Lassen Sie jedoch keinen Zweifel daran,
dass Sie bestimmte Verhaltensweisen nicht akzeptieren!

5. Sie sind ein wichtiges Vorbild für Ihr Kind.
Achten Sie also darauf, wie Sie selbst mit Wut umgehen.
Sagen Sie Ihrem Kind, dass auch Sie manchmal wütend werden,
aber zeigen Sie ihm, wie Sie Ihre Wut überwinden (z. B. tief durchatmen,
etwas Anstrengendes arbeiten oder den Raum verlassen, bevor Sie Gewalt anwenden).

6. Loben Sie Ihr Kind, sobald es einen Konflikt friedlich mit Worten löst oder
auf einen Kompromiss eingeht.

Mein Tipp:

Manche Kinder bekommen sehr starke Wutanfälle,
weil sie eine geringe Selbststeuerung haben.
Um zu lernen, wie sie mit ihrer Wut umgehen können,
sind die therapeutischen Geschichten für impulsive Kinder von
E. Meyer-Glitza "Wenn Frau Wut zu Besuch kommt"
(iskopress 2000, 94 Seiten, 13,50 €) eine gute Hilfe.

Einige dieser Geschichten sind bereits für Kinder ab vier Jahren geeignet.

In besonders ausgeprägten Fällen sollten Sie allerdings therapeutische Hilfe
in Anspruch nehmen.

Haben Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Thema?
Schreiben Sie mir einfach eine Mail!

Wolfgang Pecher



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