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Gehirne der Kinder zugemüllt

„Die Gehirne der nächsten Generation haben wir schon fast ruiniert“
sagte der Ulmer Gehirnforscher Professor Dr. Dr. Manfred Spitzer bei einer Fortbildungsveranstaltung vor rund 500 Lehrkräften im Edwin-Seharff-Haus in Neu-Ulm.
Die Gehirne der nächsten Generation werden laut Spitzer durch Fernsehen und Computerspiele „zugemüllt“.

Die Folgen könnten nach Meinung des Gehirnforschers dramatisch sein und sich so äußern, „dass wir in Deutschland in etwa 20 Jahren T-Shirts für China nähen dürfen“.
Was den wirtschaftlichen Erfolg unserer Zukunft betrifft, so hängt er eben von den Gehirnen der nächsten Generation ab.
Detailliert erläuterte der Gehirnforscher, welche Prozesse sich im Gehirn beim Lernen abspielen. Lernen passiert an den Kontakt- und Umschaltstellen zwischen Nervenfortsätzen, den Synapsen. „Lernen ist nichts anderes als die Änderung von synaptischen Übertragungen“, verdeutlichte Spitzer. „Wir könnten gar nicht verhindern, dass das Gehirn lernt.“ Durch die Übertragung über die Synapsen bleiben gebrauchsabhängige Spuren. Diese „Pfade“ würden vom Gehirn benutzt. Es komme also darauf an, die „richtigen“ Pfade zu legen. Deshalb hätten frühe Kindheitserfahrungen ganz besondere Bedeutung.
Vieles von dem, was man im pädagogischen Alltag schon immer geahnt habe, lasse sich jetzt wissenschaftlich beweisen, erläuterte der Gründer des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen an der Universität Ulm. Das Gehirn sei für Einzelheiten nicht gebaut, es lerne Allgemeines anhand von Beispielen und Wiederholungen. Lernen klappe besser mit Aufmerksamkeit, da sie dafür sorge, dass mehr Impulse über die Synapsen laufen. Auch emotionale Prozesse - positive wie negative - regulieren den Lernprozess.
Negatives Lernen klappe besonders gut. Dafür habe die Natur mit Schutzmechanismen vorgesorgt.
Doch was unseren Vorfahren half - sich vor Gefahren zu schützen - mache uns heute unter Umständen viel zu schaffen:
Wenn mit Angst gelernt wird, verbindet man unbewusst die Angst mit dem Gelernten. Sobald das Gelernte abgerufen wird, werde automatisch auch Angst mit abgerufen. Der Körper reagiert. „Wenn Gefahr in Verzug ist, kann man nicht mehr kreativ sein“, erläuterte Spitzer. Deshalb hätten Ironie, Sarkasmus und Zynismus im Unterricht nichts verloren. Bei der Gestaltung von Lehrinhalten und Klassenarbeiten müsse die Devise heißen:
„Weg von der Paukerei und von Kleinkram.“ Nicht der Stoff der letzten sechs Wochen solle Inhalt von Klassenarbeiten sein, sondern genau umgekehrt: Der ganze Stoff außer dem der letzten sechs Wochen. „Sonst wird kurzfristig von einem Tag auf den anderen für die Klassenarbeit gelernt. Aber nicht nachhaltig. Am nächsten Tag ist es wieder vergessen.“ Besonders negativ wirke sich der Konsum von Fernsehen und Computerspielen auf das Gehirn aus. Das werde eindrucksvoll durch Studien belegt. Bei siebenjährigen Kindern, die schon als Einjährige vermehrt ferngesehen haben, wurden häufiger Aufmerksamkeitsstörungen festgestellt als bei Kindern, die ohne Fernsehen aufgewachsen waren. In Neuseeland wurde eine Gruppe über 30 Jahre hinweg beobachtet. Die Gruppe mit dem meisten Fernsehkonsum stellte später die wenigsten Abiturienten und Akademiker.

Heute schlafen Kinder zwischen sieben und acht Stunden. Die zweithäufigste Tätigkeit - im Wochendurchschnitt täglich rund 5,5 Stunden - ist der Bildschirmkonsum an Fernsehen und Computer. Auch dabei lernt das Gehirn unaufhörlich. „Es werden aber unscharfe Spuren gelegt“, so Spitzer. In die Schule gehörten Computer erst ab der Oberstufe.
„In Lehrer investieren, nicht in Maschinen“ lautete seine Forderung.

Haben Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Thema?
Schreiben Sie mir einfach eine Mail!

Wolfgang Pecher



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